Produkt Check: Weg vom Supermarktfleisch – Black Angus aus dem Odenwald – Direkt vom Erzeuger

Schon lange denke ich darüber nach, den Supermärkten immer mehr den Rücken zuzukehren und bei kleinen Anbietern einzukaufen. Beim Gemüse bin ich da schon sehr konsequent. Fleisch habe ich in letzter Zeit entweder im Großhandel oder beim Metzger besorgt. Nun habe ich mir in den Kopf gesetzt, Fleisch nur noch direkt beim Erzeuger zu kaufen. Inzwischen habe ich einige Kontakte herstellen können und werde nach und nach hier darüber berichten.

Mit einem Freund zusammen habe ich bereits im Mai diesen Jahres ein “Achtel Rind” bestellt. Letzte Woche war es dann endlich soweit. Mein Besuch beim Angus-Weidehof in Gronau bei Bensheim im Odenwald stand an und mein Selbstversuch, zunächst für ein Jahr ohne weitere Fleischkäufe auszukommen, kann beginnen. Doch der Reihe nach.

Durch puren Zufall bin ich damals an diese Adresse geraten. Wir sind auf der Wanderung auf dem Bensheimer Höhenweg an einer Weide und diesem Schild vorbei gekommen.

Weit und Breit war kein Rind zu sehen, aber mein Interesse geweckt. Einige Wochen sind dann aber noch verstrichen ehe ich telefonisch mit dem Hof Kontakt aufgenommen habe.

Der Hof wird von Stefan Rettig und Günter Ahlheim betrieben. Ich habe vom Projekt “ohne Mist” erzählt, und dass ich mir vorstellen könnte, einen Artikel über ihren Hof zu schreiben. Außerdem habe ich mich natürlich über die Konditionen erkundigt, wie man an dieses Fleisch herankommt. Frau Ahlheim sendete mir kurz darauf ein Info- und Bestellformular per Mail zu.

Mein Vorhaben, kein Fleisch mehr aus dem Supermarkt zu kaufen, setzt voraus, dass ich mich damit abfinden muss, nicht alles zu jeder Zeit zur Verfügung zu haben.

Da der Hof über keine eigene Internetpräsenz verfügt, habe ich angeboten, dass wir an dieser Stelle kooperieren könnten. Seit dem sind wir Kooperationspartner – Alle Infos zu meinen Kooperationspartnern und das Bestellformular vom Gronauer-Angus-Weidehof findest du hier und unten auf dieser Seite!

Die kleinste Bestellmenge beträgt ein Achtel Rind. Holla dachte ich, wo soll ich denn damit hin? Wie viel ist den ein Achtel Rind überhaupt? Ungefähr zwei volle Schubladen in einem Tiefkühler sollten es sein.

So ein Achtel Rind bedeutet auch, dass ich mich mit Premiumteilen einschränken muss: Nur ein Achtel Filet, ein Achtel Rumpsteaks, ein Achtel Entrecote, ein Achtel Suppenfleisch, ein Achtel Schmorfleisch, ein Achtel Knochen, ein Achtel vom ganzen Rind eben und nicht nur die “besten Stücke”.

Es ist eigentlich das Gleiche wie beim Huhn. Hier bin ich jetzt bereits seit mehr als zwei Jahren konsequent und kaufe immer ganze Tiere in BIO-Qualität – und ab 2014 auch direkt beim Erzeuger und nicht mehr in Supermärkten – und nie nur die Keulen oder Brust (hier kannst du etwas darüber nachlesen).

Ich frage mich: Was passiert mit dem ganzen Rest vom Rind, wenn wir immer nur die “Premiumstücke” wie Filet oder Steaks kaufen?

Durch meine Erfahrung mit dem Huhn denke ich, dass nichts Gutes damit geschehen kann. Ich vermute es landet ebenso wie die Hühnerreste im Export in ärmere Länder, bestenfalls in Wurst und Fertiggerichten wenn es sich um verzehrfähige Ware handelt oder im Tierfutter.

Mir ist es einfach nicht egal, was mit den “Resten” durch mein Kaufverhalten passiert, erst recht nicht, wenn Andere irgendwo dafür arm werden. Zudem möchte ich meinen Fleischkonsum reduzieren und ausschließlich nachhaltig produziertes Fleisch kaufen, bei dem die Tiere vorher ein anständiges und artgerechtes Leben hatten. Und ich möchte nicht nur Premium-Teile, sondern auch alle anderen, denn daraus lässt sich Leckeres zaubern! Wie das geht zeige ich dir dann auf dieser Seite! 😉

Auf dem Angushof in Gronau bei Bensheim leben die Tiere ganzjährig im Freien, bekommen im Winter Futter aus der Region und haben eine so große Weide, dass man Sie nicht mal darauf finden kann.

Einen Termin nach Feierabend um halb acht haben wir ausgemacht an dem ich vorbeikommen und mein Fleisch abholen könnte. Meine Frau und ich wurden sehr herzlich empfangen und in einen gemütlich eingerichteten Vorraum vom Kühlhaus geführt – es waren noch mehr Leute da, Wein und Brot standen auf dem Tisch und durch eine weitere Tür ging es in das Kühlhaus mit einem gekachelten Vorraum, in dem die Fleischteile eines halben Rindes gerade vorbereitet wurden.

Wir wurden darüber informiert, wie der Ablauf aussieht. Vier Parteien erhalten jeweils ein Viertel von einem halben Rind – alles zu gleichen Teilen abgewogen! Einweghandschuhe, ein Vakuumiergerät samt Vakuumbeutel und vorbereitete Etikettenaufkleber stehen bereit.

Das Fleisch muss eigenhändig verpackt werden. Also war gemeinsame Arbeit angesagt …

Schon nach kurzer Zeit hat sich das “Packteam” und ein fünfter Herr am Vakuumiergerät eingespielt, wir machten uns dabei gegenseitig bekannt und hatten Spaß – und das halbe Rind war nach ca. 45 Min “in der Tüte”. Ich hatte eine wirklich große Kühlbox und Kühlakkus dabei – aber sie war noch nicht große genug. Das sollte aber kein Problem sein, denn die novemberliche Außentemperatur lag bei nur 6°C.

Zuletzt durfte ich dann noch einen Blick in die Schatzkammer werfen und auch Fotos machen.

Hier hingen die Rinderhälften oder Viertel, nach Kundenwunsch vorbereitet und mindestens 3 Wochen vor Abholung trocken (dry aged) ab. Der typisch aromatische Duft lag in der Luft.

Im Anschluss an die Fleischverteilung haben wir uns im gemütlichen, mit einem Holzofen beheizten Vorraum getroffen, und es uns bei einem Glas Wein von Bensheimer Winzern, frischem Baguette und einem hausgemachten Frischkäsedip gemütlich gemacht und Kontakte geknüpft. Ein Jäger war vor Ort und hat mir frisches Reh angeboten, wenn er mal wieder jagen geht. Toll! Wild ist einfach das Beste. Freue mich drauf!

Aus einer Gefriertruhe kamen dann noch ordentlich vakuumierte Teile wie Leber, Herz und Schwanzstücke dazu – diese Teile wurden frisch geschlachtet eingefroren. Schon beim Verpacken fange ich an darüber nachzudenken, was ich aus diesen vielen unterschiedlichen Teilen alles machen werde.

Aus Suppenfleisch, Suppenknochen, Beinscheiben, Steaks, Schmorbraten, Hackfleisch, Innereien … lassen sich eben viele verschiedene Leckereien zubereiten.

Herz habe ich z.B. noch nie gegessen und von Frau Ahlheim gleich noch ein tolles und außergewöhnliches Rezept dafür erhalten. Sie bekocht übrigens Ihre Familie IMMER frisch & ohne Mist. Mit ihrer Abneigung gegen alle Fertiggerichte sind wir uns sehr ähnlich.

Da wir ja noch knappe 60 km nach Hause fahren mussten, konnten wir uns leider nicht mit dem leckeren Wein betüddeln – nächstes Jahr wollen wir aber wieder kommen und dann suchen wir uns lieber eine Übernachtungsmöglichkeit ;-). Fleischkauf mit einem schönen Erlebnis zu verbinden – das kannte ich bisher nicht!

Wenn wir mal wieder den idyllischen Höhenweg bei Bensheim laufen und das Wetter mitspielt, will mir Herr Ahlheim mit dem Jeep mal alles zeigen, dann wird es auch Fotos geben! Nächsten Sonntag gibt´s Rouladen vom Freiland-Angus bei unseren Freunden, danach habe ich ein köstliches Ossobucco und eine klare Ochsenschwanzsuppe zubereitet.

Mein Fazit: Auf dem Gronauer Angus-Weidehof gibt es erstklassiges, hoch aromatisches, nachhaltig erzeugtes, trocken gereiftes Fleisch mit allerbestem Geschmack! Der persönliche Kontakt und freundliche Empfang mit kleiner, regionaler Weinverkostung und einer Kleinigkeit zum Essen macht den Fleischkauf zudem zu einem sehr angenehmen Erlebnis.

Ich bestelle mir für nächstes Jahr auf jeden Fall wieder etwas … 😉

Dry aged Beef aus dem high End Smoker “made in germany”


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nachhaltig erzeugtes Freiland-Angus aus dem Odenwald
direkt vom Erzeuger in bester Qualität

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ANTISPAM-PASSWORT: Angus

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Live cooking – Kochkurse – Catering

Ralph Leonhardt

Darmstadt // Frankfurt // Rhein-Main

Transparent Stempel

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2 Responses to Produkt Check: Weg vom Supermarktfleisch – Black Angus aus dem Odenwald – Direkt vom Erzeuger

  • Waltraud

    Ganz toller Beitrag! Ich habe mir auch schon Fleisch vom Biohof geholt, allerdings hatte mein Ochse leider keinen großen Auslauf, was mir nicht so gefallen hat. Vielleicht holen wir uns das nächste Fleisch auch von Bensheim, allerdings ca 1 1/2 Std Fahrtzeit:(

    Haben Sie von der Kooperation auch etwas, das die Seite unterstützt? Wie müßte ich da bei einer Bestellung evtl vorgehen? Das Formular habe ich mir schon heruntergeladen.

    • Kokki

      Geschmacklich ist das Fleisch einfach der Hammer, schon eine Fleischbrühe ist derart aromatisch. Ich habe selten so gutes Fleisch in den Händen, geschweigen denn im Magen 😉

      Rufen Sie am besten dort an, denn es gibt nur bestimmte Termine an denen geschlachtet wird. Mindestabnahme 1/8 Rind !!!

      Ja, meine Kooperationen sind ein “Geben und Nehmen” 😉

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