Online Mediathek: Mein Schweinchen namens “Dinner” – hier online ansehen

Öko-Ferkel per Internet –

Ein Kilo Rinderbraten – fünf Euro. Ein Kilo Schweinefleisch – drei Euro. Ein ganzes Huhn – zwei Euro. Für diesen Preis wird ein Tier geboren, aufgezogen, gefüttert, mehrmals vom Tierarzt untersucht, geschlachtet, für den Handel verkaufsfertig gemacht und mit Gewinn verkauft. Fleisch zählt mittlerweile zu den billigsten Lebensmitteln, es kostet weniger als Brot, Gemüse oder Obst.

Der Biologe Dennis Buchmann und Bauer Bernd Schulz wollen das ändern. Zusammen geben sie Fleisch ein Gesicht und das wortwörtlich. Bauer Bernds Schweine haben ein saugutes Leben gehabt, bevor sie mit circa sieben Monaten geschlachtet werden und zu Mett, Leberwurst, Schinken und Knackern verarbeitet werden. Zusammen mit Dennis Buchmann verkauft er das Fleisch seiner Tiere übers Internet. Das Projekt “Meine kleine Farm” stellt Bilder und Filme der Tiere ins Netz, die für ihr Fleisch ihr Leben lassen mussten. Biografische Daten und Hintergrundinformationen inklusive. Jedes Schwein hat seine ganz eigenen Charaktereigenschaften. Schwein 66 war eher hochnäsig, Schwein 46 war offensichtlich eine Wühlsau und Schwein 44 hatte ein Hängeohr. Am Ende zieren sie alle auf einem Einzelporträt das Fleischprodukt, für welches sie gestorben sind. “So kann man seiner Leberwurst noch mal tief in die Augen blicken, bevor man hineinbeißt”, sagt Dennis Buchmann.

NDR-Autorin Schyda Vasseghi und die Familie Rauschning aus Hamburg haben sieben Monate das Leben ihres Öko-Scheines “Dinner” mitverfolgt und den sogenannten “Schweineführerschein” absolviert. Sie haben Dinner mit nur einem Tag kennengelernt, ihn ausgesucht und seinen Namen gegeben, sie haben die Trennung von der Muttersau angeschaut, waren bei der Umsetzung auf die Mastwiese dabei und zuletzt auch bei der Schlachtung und Verwertung Dinners. Durch den Schweineführerschein haben sie nicht nur Dinner kennengelernt, sondern ein umfassendes Verständnis über die Haltung und Produktion von Fleisch bekommen. Nur eine Stunde von Berlin entfernt liefen die Bauer Bernds Schweine schon vor dem ersten Biohype über die Felder. Es ist ein “offener Hof”, der auch unangemeldete Besucher gerne sieht und nichts zu verstecken hat.

Eine Idee, die im krassen Kontrast zu den mehr als 50 Milliarden Tieren weltweit steht, die jährlich geschlachtet werden. Was die Fleisch-ist-mein-Gemüse-Mentalität für die Tiere bedeutet, ist mittlerweile bekannt. Vor allem Hühner und Schweine leiden unter dem extremen Platzmangel und Medikamenteneinsatz in der Turboaufzucht. Trotzdem sind die meisten Verbraucher wider besseren Wissens nicht bereit, ihren Fleischkonsum auf ein gesundes Maß einzuschränken. Hauptargument: zu teuer. Aus einem Schwein macht Bauer Bernds Metzger des Vertrauens drei Kilo Schinken, 25 Knoblauchwürste, 30 Schlackwürste und 240 Gläser mit Wurst. Das Glas verkauft Dennis für 4 Euro. Fleisch eines glücklichen Schweins, welches ein glückliches Leben hatte und ohne Angst und Stress gestorben ist. Wer 4 Euro teuer findet, dem sagt Dennis Buchmann: “Weniger Fleisch essen.”

Hier online ansehen

Das Erste (ARD)

Exclusiv im Ersten: Mein Schweinchen namens “Dinner”

www.meinekleinefarm.org

Film von Schyda Vasseghi und Matthias Rauck

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