Online Mediathek: Expo 2015 in Mailand – Neue Ideen gegen Hunger – Hier online ansehen

Am Ende des Jahrhunderts werden zehn Milliarden Menschen auf der Erde leben. Sind sie zum Hungern verdammt? Mit dieser Frage beschäftigt sich die diesjährige Weltausstellung. “Feeding the Planet” ist das Motto der Expo in Mailand, die am 1. Mai beginnt. Doch ob die Agrar- und Lebensmittelindustrie wirklich den Menschen helfen will, daran gibt es erhebliche Zweifel.

In ihrem aktuellen Song “1 Milliarde” bringt es die Rappergruppe “Ezetara” auf den Punkt: “Kaufen wir weniger Fleisch in den großen Betrieben, brauchen wir weniger Nahrung für weniger Tiere und haben mehr Ackerland für all die hungernden Menschen. Es läuft grundlegend falsch – unser Denken!” Ezetaras Musik liefert den Leitgedanken für den Film. Gerade die junge Generation ist wach geworden, wenn es um alternative Ernährungskonzepte geht. Der Trend zum Veganismus steht beispielsweise dafür.

Die großen Lebensmittelkonzerne dagegen favorisieren ein “weiter so”, machen sich kaum Gedanken über neue Ansätze. Bisher haben alle Bemühungen nicht zur Beseitigung des Hungers in der Welt geführt. Im Mittelpunkt der “planet e.”-Dokumentation “Expo 2015 Neue Ideen gegen Hunger” stehen deshalb Menschen in Deutschland, Italien und Äthiopien, die versuchen, andere Wege zu gehen. Teils um mehr Bewusstsein zu schaffen, teils, um selbst zur Lösung des Hungerproblems beizutragen. So wie Michael Schieferstein. Er vertritt als einer von sechs sogenannten Botschaftern Deutschland offiziell auf der Expo. Mit seinen “Foodfighters” kämpft er gegen den Wegwerfwahn bei Lebensmitteln.

Jährlich landen zig Millionen Tonnen essbarer Lebensmittel in der Mülltonne während in Afrika Millionen Menschen an Hunger leiden. Der Film zeigt diesen perversen Kontrast in Äthiopien auf, einem der ärmsten Länder der Welt. Dort gibt es mittlerweile Projekte, die mit lokalen, kleinbäuerlichen Strukturen eine Selbstversorgung der Bevölkerung erreichen wollen. Zahlreiche dieser Projekte werden von der italienischen Verbraucherorganisation “Slow Food” finanziert. “planet e.” besucht Slow-Food-Chef Carlo Petrini im piemontesischen Bra und zeigt sein lokales Vorzeigeprojekt in Italien, das der Welternährungsmesse Expo 2015 “eine Seele geben soll”: den Bitto-Käse aus dem Veltlin, der rein traditionell hergestellt eine Haltbarkeit von über zehn Jahren hat. Der Besuch in den italienischen Alpen macht deutlich, dass die dortigen Kleinbauern zwar nicht an Hunger leiden, aber auch keine Perspektive für ihr weiteres Leben haben.

“planet e.” fragt beim Generalsekretär der Welternährungsorganisation FAO nach. Und tatsächlich: Gerade die Stärkung der lokalen, kleinbäuerlichen Strukturen spielen bei der Ernährungssicherung eine wichtige Rolle. Eine Aussage, die den global agierenden Nahrungsmittelkonzernen zu denken gibt.

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