Mediathek – Essen im 21. Jahrhundert – hier online ansehen (2×45 Min.)

Essen im 21. Jahrhundert

Zweiteilige Dokumentation über die Zukunft unserer Nahrung – hier online ansehen (2×45 Min.)

Die Dokumentation “Essen im 21. Jahrhundert” zeigt an den Schnittpunkten von Wissenschaft und Industrie, wie Lebensmittel immer weiter optimiert werden, um einerseits noch vielfältigere Produkte für die Verbraucher zu entwickeln und gleichzeitig Alternativen für eine bessere Verwertung der klassischen Rohstoffe wie Fleisch, Getreide und Fisch zu schaffen. Teil eins der Dokumentation zeigt neueste Versuche und Labortests, deren Ziel es ist, ertragreiche Fleischrassen bei Rindern zu züchten und die Fleischqualität zu verbessern.

Verhaltenspsychologen versuchen, Stress, dem etwa Schweine in der Massenhaltung ausgesetzt sind, mit ungewöhnlichen Methoden zu analysieren und zu reduzieren. Vor allem Schweine sind empfindlich für den alltäglichen Stress, bei der Fütterung ebenso wie bei der Haltung in riesigen Stallungen, und natürlich vor der Schlachtung. Denn Stress führt zu vermehrter Ausschüttung von Hormonen, die der Qualität des Fleisches abträglich sind.

Auch der Getreideanbau steht im Blickpunkt der Forscher. Der Bedarf an Getreide, dem wichtigsten Nahrungsmittel der Welt, steigt unaufhörlich. Umweltauflagen und höhere Anforderungen an die Qualität verlangen nach neuen Anbaumethoden. Satellitenbilder von Feldern und ihre elektronische Auswertung sollen die Landwirtschaft entscheidend voranbringen. Der Film stellt ein neues Projekt aus Brandenburg vor, das mit Satelliten in 600 Kilometer Höhe Ernteerträge erhöhen und besser planen will.

Auch dem dritten großen Nahrungsrohstoff der Menschheit, dem Fisch, widmen sich immer ausgefeiltere Methoden. Da die Weltmeere zunehmend leer gefischt sind, kommt der Aquakultur eine immer größere Bedeutung zu. Der Film zeigt eine EU-Studie zur Kontrolle der Fischqualität aus Zuchtbeständen und eine ebenso innovative wie ungewöhnliche Idee Berliner Wissenschaftler, in einem Gewächshaus Tomaten und Fische in einem gemeinsamen Kreislauf zu züchten.

Der zweite Teil “Trends und Visionen” zeigt, wie in der Experimentierküche eines großen deutschen Fischverarbeiters neue Produkte entwickelt werden, die noch raffiniertere Fertiggerichte entstehen lassen.

In Europa gibt es heute Lebensmittel im Überfluss – billig oder teuer, mit viel Qualität oder viel Täuschung. Das Essen ist ein hart umkämpftes Milliardengeschäft.

In den Forschungslaboren werden daher neue Kochgeräte für die Gastronomie getestet und Grundsätze der molekularen Küche immer mehr ausgeweitet. Der Kunde und seine Wünsche und Vorlieben stehen im Fokus der Forscher. So sollen die Gehirnaktivitäten von Probanden den Wissenschaftlern verraten, was die Menschen am liebsten essen.

Dazu verfolgt die Dokumentation am Beispiel eines der weltweit größten Unternehmen für Aroma- und Duftstoffe, wie ein neues Produkt entsteht und wie die Verbraucher darauf reagieren. Dafür braucht man Trendscouts, Geruchsspione und Marktbeobachter.

Wissenschaftler an einem staatlichen Forschungsinstitut dagegen untersuchen bei Produkten den von Herstellern und Werbung versprochenen Mehrwert für den Verbraucher. Zweifelhafte Werbeversprechen werden kritisch hinterfragt: etwa, ob so genanntes “functional food” wirklich gesundheitsfördernd ist. Ein Trend, der nach Meinung von Wissenschaftlern am Deutschen Institut für Ernährung in Potsdam definitiv kommen wird: Menschen lassen ihre Gene analysieren, um dann mit gezielter Ernährung prognostizierten Erkrankungen vorzubeugen.

Eine faszinierende und erschreckende Vision. Doch wem künstliche Aromen, funktionelle Nahrung und industrielle Lebensmittel zu viel sind, dem zeigt dieser Film auch Alternativen auf. Eine davon heißt Slowfood. Deren Anhänger wollen langsam genießen und qualitätsbewusst produzieren. Traditionsliebe und regionale Produktion sind für sie kein Widerspruch zur globalisierten Wirtschaftswelt.

 

 

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