Foodwatch TV: Hipp erhält den “goldenen Windbeutel”

 

 

Imageschaden programmiert

Wie wenig erfolgreich für Lebensmittelkonzerne solche Ausflüchte a la Hipp sind, zeigte sich schon wenige Tage nach der Preisverleihung des Windbeutels 2012: Der von der Wirtschaftswoche veröffentlichte “YouGov BrandIndex”, der die Imagewerte von Unternehmen und Marken misst und analysiert, brach bei Hipp dramatisch ein. Im Juni erreichte der Hersteller noch rund 65 sogenannte BrandIndex-Punkte, nach der Windbeutel-Wahl waren es rund 37 – ein deutlicher Vertrauens- und Imageverlust. Auch ein solches Zeichen ist wichtig. Denn nur wenn Konzerne spüren, dass der Protest von uns Verbrauchern auch tatsächlich Auswirkungen auf ihr Geschäft hat, werden sie an ihren Praktiken etwas ändern.

Hipp steht unter Druck und versucht, der Kritik entgegenzutreten – auch mit kosmetischen Korrekturen, wie dem “Zuckerreduktionsprogramm”, das der Hersteller für seine kritisierten Produkte direkt umgesetzt hat: Das Produkt bleibt das gleiche, aber auf der Packung wird nun nicht mehr “ein gehäufter Teelöffel” pro Glas empfohlen, sondern “ein Teelöffel” – ergibt ruck-zuck 50 Prozent weniger Zucker im fertig zubereiteten Getränk.

Bis Ende des Jahres sollen die Instant-Tees ganz vom Markt genommen und durch neue Produkte mit veränderter Rezeptur ersetzt werden. Wir werden genau hinschauen, ob die neuen Produkte Hipps selbst formulierten Anspruch an “gesunde” und “kindgerechte” Produkte erfüllen werden. Aber Hipp sollte verstanden haben, dass eine Alibi-Veränderung als reine PR-Maßnahme bei den Verbrauchern durchfallen wird.

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